Vor- und Nachteile von ZahnimplantatenZahnlücken im Mund müssen schon lange nicht mehr sein. Man kann sie seit vielen
Jahrzehnten mit Brücken schließen. Seit mehr als 30 Jahren gibt es eine noch
bessere Methode: Zahnimplantate. Ein Zahnimplantat ist ein Titan- oder
Keramikstift, der eine fehlende Zahnwurzel im Knochen ersetzt.
Zahnersatz Heute verwenden Zahnärzte runde Schrauben- und Zylinderimplantate fast
ausschließlich aus Titan oder dessen Legierungen. Dieser Werkstoff gilt als sehr
verträglich. Der große Vorteil der Schraubenform ist, dass das Implantat durch
die Oberflächenvergrößerung stabiler einwachsen kann. Der schraubenartige Teil
wird bei einer ambulanten Operation in den Kieferknochen eingepflanzt. Auf einem
Stift, der später frei in die Mundhöhle hineinragt, wird abschließend der
gewünschte Zahnersatz, eine Krone, Brücke oder Prothese verankert. Ohne dass die benachbarten Zähne beschliffen werden müssen, ahmen
Zahnimplantante den verloren gegangenen Zahn ästhetisch perfekt nach. Man kann
durch diese künstlichen Zahnwurzeln aber nicht nur einzelne Zähne ersetzen,
sondern auch ganze Zahngruppen. Selbst lockere Prothesen finden auf
Zahnimplantaten wieder Halt für kraftvolles Zubeißen.
Vorteile von Implantaten Jedes Jahr verpflanzen Ärzte in der Bundesrepublik mehr als 165.000
Zahnimplantate. Die Tendenz ist steigend. Implantate bieten gegenüber anderen
Möglichkeiten, wie Brücken oder herausnehmbaren Teil- und Vollprothesen, viele
Vorteile.
Anders als bei Brücken müssen die benachbarten Zähne nicht beschliffen
werden. Ein Implantat sieht natürlicher aus und ist für das Zahnfleisch
gesünder. Der Kieferknochen unter dem fehlenden Zahn wird bei einem
Zahnimplantat ähnlich wie bei einem Zahn belastet. Das ist wichtig, denn ohne
den Reiz der Belastung bildet sich der Knochen langsam zurück (-das geschieht
auch bei einer Brücke).
Aber nicht nur bei einzelnen Zahnlücken kann man Implantate einsetzen. Es
besteht die Möglichkeit, auch ein Gebiss, also eine Vollprothese, mit
Implantaten zu befestigen. Die Betroffenen können wieder fest zubeißen. Sie
haben das Gefühl, wieder eigene Zähne im Mund zu haben. Implantate wirken sich
auch auf die Gesichtsmimik und die Aussprache der Betroffenen aus.
Rund 80 Prozent der eingesetzten Implantate funktionieren nach zehn Jahren
noch. Entscheidend ist eine sehr sorgfältigen Pflege, denn Zahnfleisch und
Kieferknochen sind durch Implantate anfälliger für Bakterien. Wenn der Patient
gewissenhaft mehrmals am Tag seine Zähne putzt, kann das Implantat sogar ein
Leben lang halten.
Nachteile und Komplikationen Bevor der Zahnarzt ein Implantat setzen kann, muss er das Gebiss vollständig
sanieren. Auch dann ist nicht jeder Kiefer geeignet. Zahnimplantate anzufertigen
und einzusetzen ist eine zeitaufwändige Angelegenheit. Die Behandlung erfordert
mehrere Operationen. Möglicherweise bleibt dem Patienten ein Fremdkörpergefühl
im Mund. Die Kosten muss man selbst tragen, die Krankenkassen zahlen nur in
Ausnahmefällen (-beispielsweise nach Tumoroperationen).
Komplikationen kann es, wie bei jeder Operation, auch bei Implantaten geben.
Durchblutungsstörungen oder andere Grunderkrankungen erhöhen das Risiko. In
seltenen Fällen heilt die Wunde schlecht oder es tritt eine
Kieferhöhlenentzündung auf. Sollte bei der Operation ein Nerv verletzt werden,
bleibt ein taubes Gefühl zurück. Wird das Implantat überbelastet, können auch
später noch Schmerzen auftreten. Der behandelnde Arzt sollte den Patienten vor
der Behandlung unbedingt über mögliche Risiken aufklären.
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